Höhlentier des Jahres 2023

Der Feuersalamaner (Salamandra salamandra)

Katharina Bürger (Zum Höhlentier des Jahre 2021 und 2022)

Feuersalamander

Die aktuelle Gefährdungssituation und die Tatsache, dass die Tierart auch für den Laien leicht erkennbar ist, führten dazu, dass der Feuersalamander vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher zum „Höhlentier 2023“ gewählt wurde. Die Art steht für eine Vielzahl von Tierarten, die auf geschützte unterirdische Rückzugsorte angewiesen sind. Der VÖH schließt sich gemeinsam mit den Schweizer Kollegen und Kolleginnen dieser Wahl an und möchte darauf hinweisen, dass gerade bei der Erforschung der unterirdischen Ökosysteme und der darin vorkommenden Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht.

Beschreibung

Generell ist der Feuersalamander eine sehr auffällige Erscheinung, wenn man ihn einmal zu Gesicht bekommt. Denn meist lebt er versteckt. Am häufigsten können Exemplare beobachtet werden, die platt gefahren an Forst- und Waldstraßen kleben. Seine typische schwarz-gelb bis schwarz-orange Färbung mit ganz charakteristischer Zeichnung lässt eine individuelle Erkennung zu. Seine Körperlänge umfasst maximal 20 cm. Das ganze Jahr über kann er in Höhlen, Bergwerksstollen und andere unterirdische Hohlräumen angetroffen werden. Hier kommt dem Feuersalamander die allgemein hohe Luftfeuchtigkeit zugute, da sie ihn vor dem Austrocknen schützt.

Lebensweise und Entwicklung

Feuersalamander sind die einzigen Schwanzlurche, die Larven ablegen. Typische Laichgewässer haben relative niedrige Temperaturen während des gesamten Jahres, etwa zwischen 8 und 11°C sowie einen sehr hohen Sauerstoffgehalt. Weibliche Feuersalamander bekommen bis zu 60 lebende Junge. Die kiementragenden Larven werden im Flachwasser abgesetzt. Nach etwa 4 Monaten ist die Umwandlung zum Jungsalamander abgeschlossen, die spezielle Färbung bereits gut zu erkennen. Nach der Metamorphose dauert es noch etwa 2-3 Jahre, bis die Tiere ausgewachsen und ihre Giftdrüsen voll ausgebildet sind. Teilweise überwintern im Herbst abgelegte Larven auch im Wasser. Als Nahrung dienen Gliederfüßer, Regenwürmer und Landschnecken.

Lebensräume

Der Feuersalamander ist über weite Teile Europas mit Ausnahme von Skandinavien, Großbritannien, Irland und Nordosteuropa verbreitet. In Österreich kommt er in laubmischwaldreichen Höhlenlagen von 200 bis 700 m vor (Stand 2016). Außerhalb Europas gibt es Vorkommen in Marokko, Algerien, Israel, Syrien, der Türkei und dem Iran.

Verbreitung

Der typische Lebensraum des Feuersalamanders sind Laubmischwälder (größtenteils Buchenwälder) mit kleineren Fließgewässern oder Gräben. Adulte Feuersalamander gelangen über Gesteinsspalten oder Eingänge in Höhlen und Bergwerksstollen. Ein Sonderfall sind Schachthöhlen, wo die Salamander eher zufällig hineinstürzen und die Höhle dann selbstständig nicht mehr verlassen können. Am Grund dieser Höhlenschächte findet sich ein reichhaltiges Nahrungsangebot von ebenfalls hereingefallenen wirbellosen Tieren, sodass adulte Salamander bei relativ gleichbleibenden Umgebungsbedingungen dort unter Umständen mehrere Jahre überleben können. Aufgrund der spezifischen klimatischen Bedingungen des Höhlenmilieus können sich die Larven das ganze Jahr über zu ausgewachsenen Tieren entwickeln.

Gefährdung

Wer hätte das gedacht: In Österreich befindet sich der Feuersalamander bereits unter den gefährdeten Amphibienarten! Im Jahr 1758 wurde er von Carl von Linné für die Wissenschaft beschrieben, 2016 war er Lurch des Jahres und heute kämpft er noch immer gegen Lebensraumzerstörung, Verunreinigung (durch Pestizide, Wasserverschmutzung und Mikroplastik), den Straßenverkehr, und seit 2013 auch gegen einen aus Asien stammenden Hautpilz. Eingeschleppt durch den Menschen, genauer gesagt durch Aquarientiere, wütet dieser in Mitteleuropa und droht ganze Salamanderpopulationen zu vernichten. Wer hat da wohl wieder seine Hände (oder Gummistiefel) nicht gewaschen?!

Foto: Thomas Exel